Klatschmohn (Papaver rhoeas)
Von Mai - Juni erscheinen die scharlachroten Mohnblüten. Sie sitzen einzeln auf langen, behaarten Stengeln. Die Blüten sind oft nach einem Tag wieder verblüht, und so sieht man die eiförmigen Fruchtkapseln schon während der Blütezeit.
Die Laubblätter sind tief fiederteilig und gezähnt. Die Pflanze enthält einen weißlichen Milchsaft und wird 30 - 80 cm hoch. Verwandt mit dem Klatsch-Mohn ist der Schlaf-Mohn. Der Klatsch-Mohn wächst auf Äckern, Wegen und auf Schuttplätzen. Er bevorzugt nährstoffreiche Lehmböden.
Die Pflanze ist stark im Rückgang begriffen, dies liegt einerseits an der chemischen Unkrautbekämpfung, andererseits an besserer Saatgutreinigung.
Lassen sie also die schönen Mohnblüten da wachsen, wo sie hingehören. Durch Abpflücken dezimieren sie den Klatsch-Mohn nur noch mehr.
Der Milchsaft und die Samen enthalten das Alkaloid Rhoeadin.
Der Klatsch-Mohn kann im Prinzip nur Kindern gefährlich werden. Vergiftung zeigt sich durch Erbrechen, Krämpfe, Durchfälle und Schläfrigkeit. Die Droge zeigt beruhigende und hustenstillende Wirkung. Sie wurde Kindern als Beruhigungsmittel gegeben und war Bestandteil von Brust- und Hustentees.
Die Pflanze findet heutzutage so gut wie keine medizinische Anwendung mehr.
Den Namen Klatsch-Mohn erhielt die Pflanze, da ihre Blüten im Wind aneinander klatschen. Das Wort Mohn kommt vom althochdeutschen mage, das wiederum seinen Ursprung im griechischen Wort mekon für Mohn hat.
Ein weiterer Name der Pflanze ist Feuermohn; in der Mundart wurde er auch als Klatschrose, Blutblume, Wilder Mohn, Grindmagen und Paterblume bezeichnet.
Der Gattungsname Papaver stammt vom lateinischen Wort papa für Kinderbrei und vernum für echt. Mohnsaft wurde damals dem Kinderbrei zugesetzt, damit die Kleinen besser einschliefen.
Der Artname rhoeas stammt von Dioscurides, der eine griechische Mohnart mit "mekon rhoeas" bezeichnete, er leitet rhoeas von rhoia für fliessen ab und bezog sich damit auf den Milchsaft, der bei Verletzung der Pflanze austritt.
Der Klatsch-Mohn war schon in der Jungsteinzeit als Heilmittel bekannt.
Er soll als Grabbeilage in ägyptischen Gräbern gefunden worden sein, im Orient war die Pflanze als Hustenmittel verwendet.
Dioscurides beschreibt verschiedene Mohnarten und unterscheidet sie auch in ihren Wirkungen.
Auch Hieronymus Bock beschreibt in seinem Kräuterbuch die "Klapper Rosen" und empfiehlt sie als Schlafmittel, bei Leber- und Milzleiden, Seitenstechen, Leibschmerzen, gegen Frauenleiden, bei Schmerzen der Augen und vieles mehr. Die Pflanze soll auch als Gegengift wirken: "Klapperrosen ... in Wein gedruncken / zertheilet das eingenommen Gifft".

